Ein Anonymisierungsdienst leitet den Internetverkehr eines Nutzers über einen oder mehrere Zwischenserver. Aus Sicht der Zielwebsite stammt die Anfrage dann nicht mehr direkt vom Nutzer, sondern vom Zwischenserver. Damit lassen sich IP-Adresse, Standort und teilweise auch das Verhalten verschleiern.
Drei Klassen sind besonders verbreitet. VPNs, etwa von Anbietern wie Mullvad, ProtonVPN oder NordVPN, leiten den gesamten Verkehr durch einen verschlüsselten Tunnel. Proxies arbeiten meist auf Anwendungsebene und unterstützen häufig nur HTTP. Tor (The Onion Router) verteilt den Verkehr über mehrere zufällige Knoten und ist die bekannteste Variante, um die Identifizierung über klassische Mittel sehr stark zu erschweren.
Anonymisierungsdienste haben legitime Anwendungen, vom Schutz von Whistleblowern und Journalisten über privates Surfen bis zum Umgehen geographischer Sperren. Gleichzeitig nutzen sie auch Angreifer, um Spuren zu verwischen. Wer Zugriffe von Tor- oder VPN-Adressen sieht, sollte die Bewertung am Verhalten festmachen, nicht an der Herkunft allein. Komplette Sperren führen oft zu False Positives.