DeepSeek ist ein chinesisches KI-Unternehmen, dessen Sprachmodelle als offene Gewichte veröffentlicht wurden und damit auch auf eigener Infrastruktur betrieben werden können. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Reasoning-Modell R1 im Jänner 2025, weil der Anbieter für Training und Betrieb deutlich geringere Rechenkosten angab, als sie für vergleichbar leistungsfähige Modelle üblich waren.
Diese Angaben stammen vom Anbieter selbst und sind extern nur teilweise überprüfbar; unstrittig ist, dass die Veröffentlichung die Annahme erschütterte, Spitzenleistung sei allein über immer größere Rechenbudgets erreichbar. R1 gehört zur Klasse der Reasoning-Modelle, die vor der Antwort eine explizite Gedankenkette durchlaufen und dadurch bei mehrstufigen Aufgaben wie Mathematik und Programmierung besser abschneiden. Offene Gewichte bedeuten, dass Modellparameter heruntergeladen und lokal betrieben werden können, nicht dass Trainingsdaten oder Trainingscode vollständig offenliegen.
Für Unternehmen ist genau das der praktische Punkt: Ein lokal betriebenes Modell verlässt das eigene Netz nicht, während die Nutzung des öffentlichen Dienstes eine Datenübermittlung nach China bedeutet und damit eine Drittlandübermittlung nach Kapitel V DSGVO auslöst, für die kein Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission besteht. Mehrere europäische Datenschutzbehörden haben den Dienst deshalb geprüft oder beschränkt.