Beim Love Scam, auch Romance Scam genannt, geben sich Betrüger auf Dating-Plattformen oder in sozialen Netzwerken als jemand aus, den es nicht gibt. Über Wochen oder Monate bauen sie eine vermeintliche Beziehung auf, gewinnen Vertrauen, sprechen von gemeinsamer Zukunft. Sobald die emotionale Bindung tragfähig ist, kommt eine Notlage ins Spiel: Krankenhausrechnung, Geschäftskrise, gestrandete Reise.
Typische Muster wiederholen sich auffällig. Die Täter sind angeblich beruflich im Ausland, etwa als Soldat, Ingenieur auf Bohrinsel oder Arzt in einem Krisengebiet. Persönliche Treffen werden immer wieder kurzfristig abgesagt. Geldforderungen kommen oft mit dramatischer Begründung und der Bitte um Geheimhaltung. Auf Druck wird vergrößert, nicht reduziert. Beweise wie Pässe oder Foto-Belege sind gefälscht.
Schutz beginnt mit Aufmerksamkeit für Warnsignale. Wer nie persönlich treffen kann, dauerhaft Zahlungen fordert oder Abstand zur Familie verlangt, ist verdächtig. Hilfreich sind Bilderrückwärtssuchen, ein Reality-Check mit Vertrauenspersonen und ein klares Tabu für jegliche Geldtransfers an unbekannte Online-Bekanntschaften. Polizei und Beratungsstellen wie die Watchlist Internet bieten in Österreich konkrete Anlaufstellen.