Beim Stranded Traveller Scam geben sich Betrüger als Bekannter, Verwandter oder Geschäftspartner aus, der im Ausland in Not geraten ist. Typische Geschichten sind verlorene Geldbörse, gestohlener Pass, Krankenhausaufenthalt, fehlende Mittel für die Heimreise. Die Bitte folgt sofort: dringend Geld überweisen, möglichst leise, weil die Botschaft nicht helfen könne.
Der Angriff baut auf zwei Hebeln auf. Erstens auf der Vertrautheit, die durch Identitätsdiebstahl glaubwürdig wird, etwa nach Übernahme eines E-Mail-Postfachs oder Social-Media-Accounts. Zweitens auf Zeitdruck und Empathie. Wer einen Bekannten in Not vermutet, denkt selten an Verifikation. Mit modernen Mitteln werden die Nachrichten zunehmend sprachlich und stilistisch authentisch, manchmal sogar mit gefälschten Stimm-Aufnahmen.
Schutz beginnt bei Bewusstsein und Routine. Ungewöhnliche Geldforderungen sollten immer auf einem zweiten Kanal verifiziert werden, idealerweise per Anruf an eine bekannte Nummer. Wer ein Konto gehackt hat, kann zwar überzeugend wirken, ist aber selten in der Lage, einen direkten Telefonkontakt zu fälschen. Aufklärung in Familie, Freundeskreis und Belegschaft verhindert die meisten erfolgreichen Versuche.