Rust ist eine kompilierte Systemprogrammiersprache, die die Geschwindigkeit von C++ anstrebt, ohne dessen Speicherfehler zuzulassen. Ihr Kernkonzept ist die Eigentümerschaft: Zu jedem Zeitpunkt ist eindeutig festgelegt, welcher Programmteil einen Speicherbereich besitzt und wann dieser freigegeben wird, was der Compiler vor der Übersetzung prüft.
Programme, die diese Regeln verletzen, lassen sich gar nicht erst erzeugen, weshalb ganze Fehlerklassen entfallen, die in C und C++ einen großen Teil der schwerwiegenden Sicherheitslücken ausmachen. Erreicht wird das ohne automatische Speicherbereinigung im Hintergrund, sodass es keine unvorhersehbaren Verzögerungen zur Laufzeit gibt. Der Preis ist eine steile Lernkurve, weil der Compiler Denkweisen erzwingt, die andere Sprachen dem Zufall überlassen.
Eingesetzt wird Rust zunehmend in Betriebssystemkernen, Browser-Bausteinen, Netzwerkdiensten, Kommandozeilenwerkzeugen und in der Werkzeugkette der Webentwicklung, wo Rust-basierte Programme klassische JavaScript-Werkzeuge ablösen. Sicherheitsbehörden mehrerer Länder empfehlen speichersichere Sprachen für neue Systemsoftware, was der Verbreitung zusätzlich Schub gibt.