SAP ist ein deutscher Softwarekonzern mit Sitz in Walldorf und der größte europäische Softwarehersteller; sein Kerngeschäft sind ERP-Systeme, also Software zur durchgängigen Steuerung betrieblicher Abläufe. Gegründet wurde das Unternehmen 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern, der Name steht für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung. Der Grundgedanke eines ERP-Systems ist die gemeinsame Datenbasis: Buchhaltung, Einkauf, Lager, Produktion, Vertrieb und Personal arbeiten auf demselben Datenbestand, statt jeder Bereich in einem eigenen Programm.
Aktuelle Produktlinie für Großunternehmen ist S/4HANA, das auf der hauseigenen In-Memory-Datenbank HANA aufsetzt, bei der die Daten im Arbeitsspeicher statt auf der Festplatte gehalten werden und Auswertungen dadurch erheblich schneller laufen. Daneben stehen zugekaufte Cloud-Anwendungen für einzelne Bereiche, etwa SuccessFactors für Personal, Ariba für Beschaffung und Concur für Reisekosten, sowie Business One für kleinere Unternehmen. Für viele Bestandskunden ist der Umstieg vom älteren ECC auf S/4HANA das bestimmende Projekt der letzten Jahre, weil die Wartung der Vorgängergeneration ausläuft (Stand 07/2026).
Solche Einführungen sind selten reine IT-Vorhaben, denn das System bringt eigene Prozessvorstellungen mit, und die entscheidende Frage lautet, ob die eigenen Abläufe angepasst oder das System aufwendig umgebaut wird. Für den österreichischen Mittelstand ist SAP damit selten die erste Wahl, wohl aber ein häufiger Berührungspunkt, weil größere Kunden und Lieferanten Schnittstellen, Datenformate und elektronische Rechnungsprozesse danach ausrichten.