Smart Contracts sind Programme, die auf einer Blockchain laufen und Regeln automatisch ausführen, sobald die definierten Bedingungen erfüllt sind. Sie ersetzen oder ergänzen klassische Verträge in Bereichen, in denen Mittelsmänner und Vertrauensfunktionen durch programmatische Logik ersetzt werden können. Ethereum hat das Konzept 2015 populär gemacht.
Konkrete Anwendungen sind dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) für Kredite, Tausch und Liquidität, NFT-Marktplätze, automatisierte Lizenzabrechnungen, tokenisierte Wertpapiere und Lieferketten-Lösungen. Geschrieben werden Smart Contracts meist in Sprachen wie Solidity (Ethereum), Vyper (Ethereum), Rust (Solana, Polkadot) oder Move (Aptos, Sui). Einmal deployt, sind sie öffentlich einsehbar und schwer veränderbar, was hohe Anforderungen an die Code-Qualität stellt.
Smart Contracts sind kein Allheilmittel. Bugs sind kostspielig, weil Korrekturen oft komplexe Migrations-Mechanismen brauchen. Mehrere bekannte Hacks der letzten Jahre haben Hunderte Millionen Dollar gekostet. Wer Smart Contracts produktiv einsetzt, braucht professionelle Audits, Formal-Verification, Bug-Bounty-Programme und klar geregelte Upgrade-Pfade. Im juristischen Sinn sind Smart Contracts in den meisten Rechtsordnungen keine vollwertigen Verträge, sondern technische Mechanismen, die Verträge unterstützen können.