Ein Zero Day Exploit ist die Ausnutzung einer Schwachstelle, für die es noch keine Korrektur gibt, weil der Hersteller sie nicht kennt oder noch nicht beheben konnte. Der Name bezieht sich auf die Zeit, die zur Reaktion blieb, nämlich null Tage. Zu trennen sind drei Begriffe: die Zero-Day-Schwachstelle als Lücke selbst, der Exploit als Verfahren zu ihrer Ausnutzung und der Zero-Day-Angriff als konkrete Anwendung.
Solche Schwachstellen sind wertvoll und werden gehandelt, teils an Hersteller im Rahmen von Bug-Bounty-Programmen, teils an staatliche Stellen und kriminelle Käufer, was Preise im sechs- bis siebenstelligen Bereich erklärt. Weil Patches per Definition fehlen, greifen nur Maßnahmen, die nicht von der Kenntnis der Lücke abhängen: eingeschränkte Rechte, Netzwerksegmentierung, Verhaltenserkennung auf Endgeräten und die Reduktion der Angriffsfläche auf das tatsächlich Benötigte.
Sobald eine Korrektur erscheint, kehrt sich das Bild um, denn ab diesem Zeitpunkt ist die Lücke öffentlich und der Zeitdruck liegt bei den Anwendern; die Mehrzahl der erfolgreichen Angriffe nutzt daher keine Zero Days, sondern längst behobene Lücken auf ungepatchten Systemen.