Open Source bezeichnet Software, deren Quelltext offenliegt und die unter einer Lizenz steht, die Nutzung, Weitergabe und Veränderung ausdrücklich erlaubt. Kostenlos und quelloffen sind dabei zwei verschiedene Dinge: Kostenfreie Software ohne Einsicht in den Code ist keine Open Source, und quelloffene Software darf durchaus kommerziell vertrieben werden. Mit Open Source Intelligence (OSINT), der Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen, teilt der Begriff nur den Namen.
Verbreitet sind zwei Lizenzfamilien mit sehr unterschiedlichen Folgen. Permissive Lizenzen wie MIT, BSD und Apache 2.0 verlangen im Kern nur die Nennung von Urheber und Lizenztext und erlauben die Einbettung in geschlossene Produkte. Copyleft-Lizenzen wie die GPL geben die Freiheit weiter: Wer ein davon abgeleitetes Werk verbreitet, muss den Quelltext unter denselben Bedingungen offenlegen, was bei eigener Software zum Problem wird. Praktisch trägt Open Source heute einen Großteil der digitalen Infrastruktur, von Linux über Webserver und Datenbanken bis zu den Frameworks, auf denen Websites laufen.
Für Unternehmen heißt das zweierlei: Es entstehen keine Lizenzkosten und keine Bindung an einen Hersteller, dafür liegen Pflege, Aktualisierung und Sicherheitsprüfung in eigener Verantwortung, denn eine Gewährleistung schließen diese Lizenzen typischerweise aus. Wer Open-Source-Komponenten in eigene Produkte einbaut, führt am besten eine Übersicht über eingesetzte Bestandteile und deren Lizenzen; der Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847) verlangt für Produkte mit digitalen Elementen ohnehin eine solche Stückliste.