„OpenAI compatible“ beschreibt Software und Dienste, deren Programmierschnittstelle demselben Aufbau folgt wie die API von OpenAI und die deshalb von bestehenden Anwendungen ohne Umbau angesprochen werden können. In der Praxis heißt das: gleiche Endpunkte, gleiche Struktur der Anfragen und Antworten, gleiche Client-Bibliotheken; getauscht werden meist nur die Basis-Adresse, der Schlüssel und der Modellname.
Weil die OpenAI-Schnittstelle sich früh verbreitet hat, ist sie zu einem faktischen Marktstandard geworden, dem viele Anbieter und lokal betriebene Modellserver nachgebaut sind. Ein offener Standard ist sie deshalb nicht: Sie bleibt eine unternehmenseigene Spezifikation, die der Anbieter einseitig weiterentwickeln kann.
Für Unternehmen liegt der Wert in der Austauschbarkeit, denn eine kompatible Anwendung lässt sich von einem Anbieter auf einen anderen oder auf ein selbst betriebenes Modell umstellen, ohne die Anwendung neu zu schreiben. Das mindert die Abhängigkeit vom Anbieter, hebt sie aber nicht auf, weil Kompatibilität selten vollständig ist und Zusatzfunktionen häufig anbieterspezifisch bleiben. Bei der Beauftragung von Entwicklungsleistungen lohnt es daher, die Austauschbarkeit des Modellanbieters ausdrücklich zu vereinbaren.