Retargeting ist eine Werbetechnik, die Besucher einer Website später auf anderen Websites, in sozialen Netzwerken oder in der Suche erneut mit Anzeigen anspricht. Die Logik dahinter: Wer sich ein Produkt angesehen hat, ohne zu kaufen, ist ein wärmerer Kontakt als ein Fremder — die Anzeige holt ihn zurück. Google nennt dasselbe Verfahren Remarketing.
Technisch beruht das auf Wiedererkennung: Ein eingebundenes Pixel oder Skript des Werbenetzwerks merkt sich den Besuch, klassisch über Third-Party-Cookies, zunehmend über Logins der Plattformen und hochgeladene, gehashte Kundenlisten. Gesteuert wird mit Listen und Ausschlüssen — wer gekauft hat, sollte die Anzeige nicht wochenlang weiter sehen, und ein Frequency Cap begrenzt die Einblendungen pro Person.
Rechtlich ist Retargeting einwilligungspflichtig: Das Setzen und Auslesen der Kennungen im Endgerät braucht eine Einwilligung (§ 165 Abs 3 TKG 2021), die Datenweitergabe an das Werbenetzwerk eine Grundlage nach der DSGVO — ohne Zustimmung im Consent-Banner darf das Pixel nicht feuern.