SASE bezeichnet ein Architekturmodell, das Netzwerkfunktionen und Sicherheitsfunktionen in einem cloudbasierten Dienst zusammenführt, der den Nutzer statt den Standort absichert. Anlass ist der Wegfall des klassischen Perimeters: Wenn Mitarbeiter von überall arbeiten und Anwendungen in der Cloud liegen, ergibt es wenig Sinn, allen Verkehr über die Firewall der Zentrale zu leiten.
Zusammengefasst werden dafür Netzwerkkomponenten, insbesondere softwaredefinierte Standortvernetzung, und Sicherheitskomponenten wie sicheres Web-Gateway, Cloud-Zugriffskontrolle, Firewall als Dienst und Zero Trust Network Access. Die Prüfung geschieht am nächstgelegenen Knoten des Anbieters, wodurch Umwege entfallen und Regeln unabhängig vom Aufenthaltsort greifen. Zu unterscheiden ist SASE vom engeren Begriff SSE, der nur den Sicherheitsteil ohne die Netzwerkfunktionen umfasst.
Für kleinere Unternehmen ist das Modell meist überdimensioniert; relevant wird es mit mehreren Standorten, vielen mobilen Arbeitsplätzen und einer weitgehend in die Cloud verlagerten Anwendungslandschaft. Datenschutzrechtlich ist der Betrachtungspunkt, dass der gesamte Datenverkehr über einen Anbieter läuft, was Verarbeitungsort und Vertragsgestaltung nach Art. 28 DSGVO in den Vordergrund rückt.