Y-Modem ist ein Dateiübertragungsprotokoll aus den 1980er-Jahren, mit dem Computer Daten über serielle Verbindungen und Telefonmodems austauschten. Entwickelt von Chuck Forsberg als Weiterentwicklung von XModem, brachte es drei Fortschritte: größere Datenblöcke von 1.024 statt 128 Byte, die Übertragung mehrerer Dateien in einem Durchgang samt Dateiname und Dateigröße sowie eine zuverlässigere Fehlerprüfung per CRC-Prüfsumme.
Seine Blütezeit erlebte das Protokoll in der Ära der Mailboxen (Bulletin Board Systems), als sich Nutzer per Modem direkt in fremde Rechner einwählten. Abgelöst wurde es noch vor dem Internetzeitalter von ZModem, das schneller arbeitete und abgebrochene Übertragungen fortsetzen konnte.
Ganz verschwunden ist die Protokollfamilie trotzdem nicht: Beim Aufspielen von Firmware über serielle Schnittstellen eingebetteter Systeme und in Terminalprogrammen werden X-, Y- und ZModem bis heute unterstützt.