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Barrierefreiheit

Auch bekannt als: Digitale Barrierefreiheit · Accessibility · BaFG

Websites, Apps und Dokumente so gestalten, dass sie von allen Menschen genutzt werden können.

Barrierefreiheit im digitalen Bereich bedeutet, dass Websites, Apps und Dokumente von allen Menschen genutzt werden können, auch von jenen mit Seh-, Hör-, Bewegungs- oder kognitiven Einschränkungen. Der maßgebliche Standard sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) mit ihren vier Grundsätzen: Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein; die Erfüllungsstufe AA gilt als der praktisch geforderte Grad. Konkret heißt das unter anderem Alternativtexte für Bilder, ausreichender Farbkontrast, vollständige Bedienbarkeit per Tastatur, sichtbare Fokusmarkierungen, sinnvolle Überschriftenstruktur, beschriftete Formularfelder und Untertitel für Videos.

In Österreich gelten zwei Regelungsstränge nebeneinander: Für Websites und Apps öffentlicher Stellen greift das Web-Zugänglichkeits-Gesetz (WZG), für bestimmte Produkte und Dienstleistungen privater Anbieter das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), das seit 28. Juni 2025 anzuwenden ist und den European Accessibility Act umsetzt. Betroffen sind davon unter anderem der elektronische Geschäftsverkehr, also Onlineshops und Buchungsstrecken, dazu Bankdienstleistungen für Verbraucher, E-Books, Telekommunikationsdienste und Personenverkehrsdienste; Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen. Technisch nachgewiesen wird die Konformität über die harmonisierte europäische Norm EN 301 549, die die WCAG-Kriterien aufgreift.

Der wirtschaftliche Nutzen reicht über die Pflicht hinaus, denn dieselben Maßnahmen verbessern die Bedienbarkeit für alle: gute Kontraste helfen bei Sonnenlicht am Smartphone, klare Struktur hilft Suchmaschinen und KI-Systemen beim Erfassen der Inhalte. Automatische Prüfwerkzeuge decken dabei nur einen Teil der Kriterien ab, weshalb eine vollständige Bewertung immer auch manuelle Tests mit Tastatur und Screenreader erfordert. Am günstigsten ist Barrierefreiheit im Entwurf: Nachträglich in eine fertige Website eingebaut, kostet sie ein Vielfaches dessen, was ihre Berücksichtigung im Konzept gekostet hätte.

Aus der Praxis

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