Dark Web Monitoring bezeichnet die laufende Suche in nicht öffentlich zugänglichen Teilen des Internets nach Daten, die einem Unternehmen oder einer Person zuzuordnen sind. Durchsucht werden dabei Handelsplätze, Foren und Leak-Sammlungen in Netzen wie Tor sowie geschlossene Chatgruppen, in denen erbeutete Datensätze gehandelt oder veröffentlicht werden. Gesucht wird nach konkreten Merkmalen: der eigenen E-Mail-Domain, Zugangsdaten von Mitarbeitern, Kundendatensätzen, Kreditkartennummern oder Bruchstücken abgeflossener Dokumente.
Der Nutzen liegt in der Zeit, denn zwischen einem Datenleck bei einem Drittanbieter und seiner öffentlichen Bekanntgabe vergehen häufig Monate, in denen die betroffenen Zugangsdaten bereits im Umlauf sind. Wichtig ist die realistische Erwartung: Solche Dienste durchsuchen einen Ausschnitt, nicht das gesamte verborgene Netz, und sie können gefundene Daten weder entfernen noch zurückholen. Der Wert entsteht deshalb erst durch die Reaktion, also durch das sofortige Zurücksetzen betroffener Passwörter, die Prüfung, wo dieselben Zugangsdaten noch verwendet wurden, und das Nachziehen der Mehr-Faktor-Authentifizierung.
Für Privatpersonen decken kostenlose Dienste wie der Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts oder die Abfrage bei Have I Been Pwned einen guten Teil davon ab. Rechtlich kann ein Fund die Meldepflicht auslösen, denn steht fest, dass personenbezogene Daten aus dem eigenen Verantwortungsbereich abgeflossen sind, beginnt die 72-Stunden-Frist mit der Kenntnis (Art. 33 DSGVO).