Fernwartung bezeichnet den Zugriff auf ein Gerät oder System über das Netz, um es zu warten, zu konfigurieren oder Störungen zu beheben, ohne vor Ort zu sein. Eingesetzt wird sie im IT-Support ebenso wie bei Maschinen, Anlagen, Kassensystemen und Haustechnik, wo Hersteller Aktualisierungen einspielen und Fehler auslesen. Technisch reicht die Bandbreite von browserbasierten Werkzeugen mit Einmalcode über dauerhaft installierte Agenten bis zum Zugang über VPN oder ZTNA.
Die Vorteile liegen auf der Hand, nämlich schnelle Hilfe ohne Anfahrt und geringere Kosten; die Kehrseite ist ein dauerhaft offener Weg ins eigene System, der zu den bevorzugten Zielen von Angreifern zählt. Sicher betrieben wird Fernwartung daher nur mit klaren Regeln: Zugang mit Mehr-Faktor-Authentifizierung, Freigabe durch den Nutzer statt unbemerkter Verbindungsaufbau, Beschränkung auf die tatsächlich betreuten Systeme, Protokollierung jeder Sitzung und zeitnahe Aktualisierung der Fernwartungssoftware selbst.
Ein verbreiteter Angriffsweg ist zudem die vorgetäuschte Support-Hilfe, bei der Anrufer zur Installation eines Fernwartungsprogramms drängen, weshalb die Regel gelten sollte, dass Fernzugriffe nur nach eigener Kontaktaufnahme über bekannte Wege zustande kommen. Datenschutzrechtlich sieht der Dienstleister dabei regelmäßig personenbezogene Daten, was einen Auftragsverarbeitungsvertrag erfordert (Art. 28 DSGVO).