Jakobs Gesetz besagt: Nutzer verbringen die meiste Zeit auf anderen Websites. Sie erwarten, dass deine Website genauso funktioniert wie all die Seiten, die sie schon kennen. Die Heuristik geht auf den UX-Pionier Jakob Nielsen zurück und fasst eine zentrale Designeinsicht zusammen, die sich in vielen Studien bestätigt.
Die praktische Konsequenz ist klar. Bewährte Konventionen einzuhalten ist meist wichtiger als ein origineller Eigenstil. Logos oben links, ein klares Hauptmenü, ein Suchfeld rechts oben, ein Warenkorb-Symbol als Einkaufsanker, blaue unterstrichene Links als klickbar. Wer diese Muster ohne guten Grund bricht, verlangt von Nutzern Lernarbeit, die sie selten investieren wollen.
Das heißt nicht, dass jede Website wie die andere aussehen soll. Marken-Identität, Tonalität und visuelle Sprache sind wichtige Differenzierer. Aber die Bedienlogik unter dieser Schicht sollte konventionellen Erwartungen folgen. Wer Innovation in Bedienmustern sucht, sollte sie sehr gezielt einsetzen, gründlich testen und einen klaren Mehrwert bieten.