Ein MCP-Server ist eine Komponente, die einem KI-Modell nach dem Model Context Protocol Werkzeuge, Datenquellen und vorbereitete Anweisungen in standardisierter Form bereitstellt. Er sitzt zwischen KI-Anwendung und Fachsystem und übersetzt dessen vorhandene Schnittstellen in eine Form, die ein Modell selbstständig entdecken und gezielt aufrufen kann. Angeboten werden dabei drei Arten von Bausteinen: Tools als ausführbare Aktionen, Resources als lesbare Datenquellen und Prompts als vorgefertigte Anweisungsvorlagen.
Betrieben wird ein solcher Server entweder lokal auf dem Rechner des Nutzers, etwa für den Zugriff auf lokale Dateien, oder als entfernter Dienst über HTTP für unternehmensweite Systeme. Für Unternehmen liegt der Reiz darin, ein System einmal anzubinden und es danach jeder kompatiblen KI-Anwendung zur Verfügung zu stellen, statt für jede Kombination eine eigene Integration zu bauen.
Sicherheitstechnisch ist ein MCP-Server ein sensibler Punkt, denn er bündelt Zugriffsrechte auf produktive Systeme und kann über manipulierte Inhalte zum Hebel für Prompt Injection werden. Deshalb gilt: nur die tatsächlich benötigten Werkzeuge freigeben, Schreib- und Löschrechte gesondert abwägen, alle Aufrufe protokollieren und Server aus unbekannter Quelle nicht ungeprüft einbinden. Verarbeitet ein angebundener Dienst personenbezogene Daten, ist er datenschutzrechtlich wie jeder andere Dienstleister zu behandeln (Art. 28 DSGVO).