Der Runway gibt an, wie viele Monate ein Unternehmen mit dem vorhandenen Kassenbestand noch auskommt, bevor das Geld aufgebraucht ist. Berechnet wird er als verfügbare liquide Mittel geteilt durch den monatlichen Nettomittelabfluss, also durch die Differenz aus Ein- und Auszahlungen. Zu unterscheiden sind dabei zwei Größen: Der Gross Burn erfasst alle Auszahlungen, der Net Burn zieht die Einnahmen ab und ist die für den Runway maßgebliche Zahl.
Die Rechnung unterstellt gleichbleibende Verhältnisse und wird dadurch schnell falsch, weshalb sie mit realistischen Annahmen zu Wachstum, Einstellungen und Zahlungseingängen fortgeschrieben gehört. Als Faustregel gilt, eine Finanzierungsrunde oder das Erreichen der Gewinnschwelle mit deutlichem Vorlauf anzugehen, weil Verhandlungen Monate dauern und ein knapper Runway die eigene Verhandlungsposition schwächt.
Rechtlich ist die Kennzahl in Österreich mehr als eine Managementgröße, denn bei Zahlungsunfähigkeit oder insolvenzrechtlicher Überschuldung besteht die Pflicht, ohne schuldhaftes Zögern und spätestens innerhalb von 60 Tagen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu beantragen (§ 69 IO); eine verspätete Antragstellung kann die persönliche Haftung der Geschäftsführung auslösen. Wer den Runway auf wenige Monate schrumpfen sieht, holt daher rechtzeitig steuerliche und rechtliche Beratung ein, statt auf eine Wendung zu hoffen.