Die Rule of 40 ist eine Faustregel zur Beurteilung reifer Software-Unternehmen: Die Summe aus jährlicher Wachstumsrate und Gewinnmarge sollte mindestens 40 Prozentpunkte ergeben. Dahinter steht der Gedanke, dass Wachstum und Ertrag gegeneinander abwägbar sind, ein Unternehmen also entweder schnell wachsen oder profitabel arbeiten darf, aber nicht beides zugleich verfehlen sollte. Wer um 60 % wächst und dabei 20 % Verlust in Kauf nimmt, erfüllt sie ebenso wie ein Unternehmen mit 10 % Wachstum und 30 % Marge.
Ihre Schwäche liegt in der Marge, denn welche Größe eingesetzt wird, ist nicht festgelegt: Je nachdem, ob mit dem operativen Ergebnis, dem freien Mittelzufluss oder einer bereinigten Kennzahl gerechnet wird, fällt das Ergebnis deutlich unterschiedlich aus. Gedacht ist die Regel für Unternehmen ab einer gewissen Größe; auf junge Unternehmen mit kleiner Ausgangsbasis angewandt, liefert sie durch hohe prozentuale Wachstumsraten Werte ohne Aussagekraft.
Sie ersetzt keine Analyse, sondern dient als schneller Plausibilitätstest, ob Wachstum und Kostenstruktur in einem vertretbaren Verhältnis stehen. Wer die Zahl nach außen verwendet, sollte offenlegen, welche Marge zugrunde liegt.