Die Sentiment-Analyse (Stimmungsanalyse) ist ein Verfahren der maschinellen Sprachverarbeitung, das aus Texten die zugrundeliegende Bewertung herausliest, üblicherweise als positiv, negativ oder neutral. Feinere Ausprägungen ordnen Emotionen zu oder bewerten einzelne Aspekte getrennt, sodass aus einer Hotelbewertung „Lage top, Service enttäuschend“ zwei gegenläufige Werte entstehen.
Frühere Systeme arbeiteten mit Wortlisten und Punktwerten, heutige mit Sprachmodellen, die den Satzzusammenhang berücksichtigen. Die verbleibende Schwäche betrifft alles, was zwischen den Zeilen steht: Ironie, Sarkasmus, Branchenjargon und Verneinungen über mehrere Sätze hinweg führen weiterhin zu Fehlurteilen.
Eingesetzt wird das Verfahren zur Auswertung von Produktbewertungen und Serviceanfragen, zur Beobachtung der Markenwahrnehmung in sozialen Netzwerken und zur Priorisierung eingehender Beschwerden. Der Nutzen liegt weniger im Einzelfall als in der Menge, denn tausende Rückmeldungen lassen sich so nach Themen und Tendenz sortieren, statt sie einzeln zu lesen. Bei der Auswertung von Mitarbeiterkommunikation ist Zurückhaltung geboten: Solche Verfahren berühren Persönlichkeitsrechte, unterliegen der DSGVO und sind in Österreich als Kontrollmaßnahme nach § 96 Abs 1 Z 3 ArbVG in Betrieben mit Betriebsrat zustimmungspflichtig, sofern sie die Menschenwürde berühren.