Hochverfügbarkeit bezeichnet die Auslegung von Systemen auf möglichst geringe Ausfallzeit, üblicherweise durch Redundanz aller Bestandteile, die einzeln ausfallen können. Gemessen wird sie als Anteil der Betriebszeit über einen Zeitraum, wobei die gängige Sprechweise mit Neunen arbeitet: 99,9 % erlauben rund achteinhalb Stunden Ausfall pro Jahr, 99,99 % nur noch etwa 52 Minuten.
Umgesetzt wird das durch doppelte Netzteile, gespiegelte Festplatten, mehrere Server hinter einem Lastverteiler, redundante Netzanbindungen und im Bedarfsfall ein zweites Rechenzentrum. Entscheidend ist die schwächste Stelle, denn Redundanz nützt nichts, wenn beide Server am selben Stromkreis, am selben Switch oder in derselben Brandabschnittsfläche hängen.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Backup: Hochverfügbarkeit schützt vor technischem Ausfall, nicht vor Fehlern und Angriffen, weil ein gelöschter oder verschlüsselter Datenbestand in der Spiegelung ebenso gelöscht oder verschlüsselt ist. Kosten und Nutzen steigen dabei nicht gleichmäßig, weshalb sich vor der Auslegung die Frage lohnt, was eine Stunde Stillstand tatsächlich kostet.