LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) ist ein Protokoll für den Zugriff auf Verzeichnisdienste, also auf Datenbestände, die Benutzer, Gruppen, Geräte und Ressourcen einer Organisation in einer Baumstruktur ablegen. Einträge werden über einen eindeutigen Namen adressiert und tragen Attribute wie Name, E-Mail-Adresse oder Gruppenzugehörigkeit. Die aktuelle Fassung LDAPv3 ist in RFC 4511 beschrieben.
Typische Aufgaben sind das Suchen von Einträgen und das Prüfen von Anmeldedaten: Eine Anwendung fragt das Verzeichnis, ob Benutzername und Passwort stimmen, und liest anschließend die Gruppen aus, um Berechtigungen zuzuweisen. Standardmäßig läuft LDAP über Port 389, verschlüsselt über LDAPS auf Port 636 oder über STARTTLS; unverschlüsselter Betrieb überträgt Passwörter im Klartext.
Implementierungen gibt es mehrere, etwa OpenLDAP oder die LDAP-Schnittstelle von Active Directory. Das Protokoll ist auf viele Lesezugriffe und wenige Änderungen ausgelegt und bleibt in Netzwerken die gemeinsame Basis, an die sich Anwendungen unterschiedlicher Hersteller anbinden lassen.