Product-Market Fit (PMF) beschreibt den Zustand, in dem ein Produkt einen echten Bedarf in einem ausreichend großen Markt trifft und die Nachfrage von selbst entsteht, statt mühsam erzeugt werden zu müssen. Der Begriff geht auf Marc Andreessen zurück und ist bewusst unscharf: Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem er als erreicht gilt.
In der Praxis wird er über Verhaltensdaten eingeschätzt, etwa daran, dass Kunden bleiben, die Nutzung ohne Anstoß wiederkehrt, Weiterempfehlungen entstehen und der Vertrieb weniger überzeugen als abwickeln muss. Ein verbreitetes Hilfsmittel ist die Frage von Sean Ellis, wie enttäuscht Nutzer wären, wenn es das Produkt nicht mehr gäbe; ein Anteil von etwa 40 % mit der Antwort sehr enttäuscht gilt als Anhaltspunkt, ist aber empirisch nicht als Grenzwert belegt. Umgekehrt zeigt sich das Fehlen deutlich in hoher Abwanderung, stockender Weiterempfehlung und dem Muster, dass Wachstum nur so lange anhält, wie Werbegeld fließt.
Praktisch bedeutsam ist die Reihenfolge: Skalierung von Vertrieb und Marketing vor dem Erreichen des PMF verbrennt Kapital, weil sie ein Produkt verbreitet, das Kunden nicht halten kann. Der Zustand ist zudem nicht dauerhaft, denn Markt, Wettbewerb und Erwartungen verändern sich.