Der TAM (Total Addressable Market) beziffert den gesamten Umsatz, der mit einem Produkt theoretisch erzielbar wäre, wenn ein Anbieter den vollständigen Markt bediente. Er steht am Anfang einer dreistufigen Betrachtung: Der TAM umfasst den Gesamtmarkt, der SAM (Serviceable Available Market) den Teil davon, der mit dem eigenen Angebot, der eigenen Sprache und den eigenen Regionen tatsächlich erreichbar ist, und der SOM (Serviceable Obtainable Market) den Anteil, der in einem überschaubaren Zeitraum realistisch zu gewinnen ist.
Ermittelt wird er auf zwei Wegen: von oben herab aus Marktstudien und Branchenzahlen oder von unten herauf aus der Zahl potenzieller Kunden multipliziert mit dem erwarteten Jahresumsatz je Kunde, wobei der zweite Weg nachvollziehbarer und weniger anfällig für aufgeblähte Zahlen ist. Genau darin liegt der übliche Fehler, denn eine Marktdefinition lässt sich beliebig weit fassen, bis eine beeindruckende Milliardenzahl entsteht, die für keine Entscheidung mehr taugt.
Für die Praxis ist der SOM die relevantere Größe, weil er Vertriebskapazität, Wettbewerb und Kaufbereitschaft berücksichtigt. Verwendet wird die Kennzahl vor allem in Finanzierungsgesprächen, wo sie zeigen soll, dass ein Markt groß genug für das angestrebte Wachstum ist; eine belastbare Rechnung mit offengelegten Annahmen wirkt dabei überzeugender als eine große Zahl.