YaST („Yet another Setup Tool") ist das klassische Verwaltungswerkzeug der Linux-Distributionen openSUSE und SUSE Linux Enterprise, das Installation und Systemkonfiguration unter einer Oberfläche bündelt. Statt einzelne Konfigurationsdateien von Hand zu editieren, steuern Administratoren über YaST-Module Partitionierung, Softwareinstallation, Netzwerk, Benutzerkonten und Systemdienste.
Das Werkzeug läuft wahlweise mit grafischer Oberfläche oder im Textmodus und lässt sich damit auch auf Servern ohne Grafikumgebung per SSH bedienen. Für Rechenzentren existiert mit AutoYaST eine Variante, die Installationen anhand einer Steuerdatei vollautomatisch auf viele Maschinen ausrollt. Genau diese Bündelung unterschied SUSE-Systeme lange von Distributionen wie Debian oder Ubuntu, die auf verstreute Einzelwerkzeuge setzen.
Mit der aktuellen Generation endet diese Ära: In SUSE Linux Enterprise 16 und openSUSE Leap 16 (beide 2025) ist YaST entfernt; die Installation übernimmt der neue webbasierte Installer Agama, die Systemverwaltung Cockpit und die grafische Paketverwaltung Myrlyn. In der Rolling-Release-Variante Tumbleweed bleibt YaST vorerst verfügbar, wird von SUSE aber nicht mehr weiterentwickelt.