Sales-Led Growth (SLG) bezeichnet den vertriebsgetriebenen Weg zum Kunden, bei dem ein Verkaufsteam Interessenten aktiv anspricht, den Bedarf erhebt, Vorführungen durchführt und den Vertrag verhandelt. Das Produkt wird dabei erst nach der Kaufentscheidung genutzt, während bei Product-Led Growth die Nutzung der Entscheidung vorausgeht.
Typisch ist dieser Weg bei erklärungsbedürftigen Lösungen, hohen Vertragswerten, mehreren Entscheidern auf Kundenseite und in regulierten Branchen mit formalen Beschaffungsprozessen. Der Ablauf ist entsprechend länger und teurer, mit Verkaufszyklen von Monaten und deutlich höheren Akquisitionskosten je Kunde, die sich über den größeren Vertragswert rechnen müssen. Kennzeichnend sind Angebot, Verhandlung und Individualvereinbarungen statt öffentlich einsehbarer Preislisten.
Rechtlich ist beim aktiven Ansprechen von Interessenten die Grenze zur unerlaubten Werbung zu beachten: Elektronische Post zu Werbezwecken ist ohne vorherige Einwilligung nur unter engen Voraussetzungen zulässig (§ 174 TKG 2021), und für die Verarbeitung von Kontaktdaten aus Recherche gelten die Informationspflichten gegenüber der betroffenen Person (Art. 14 DSGVO).