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Website-Launch: die wichtigsten Schritte vor und nach dem Go-live

Ob ein Website-Launch gelingt, entscheidet sich selten am Tag der Freischaltung, sondern in den Tagen davor und danach. Die Kurzantwort: Vor dem Go-live zählen Crawlbarkeit, Weiterleitungen, Rechtstexte und getestete Formulare, danach Indexierung, aktive Kontrolle und ein fixer Plan für Wartung und Inhalte. Diese Website-Launch-Checkliste führt durch beide Phasen: zugeschnitten auf Betriebe in Österreich und ohne technisches Spezialwissen abarbeitbar.

Das Wichtigste in Kürze
  • 01Bleibt die Suchmaschinen-Sperre der Testumgebung (noindex) nach dem Go-live aktiv, bleibt die neue Website für Google unsichtbar; dieser Check steht deshalb an erster Stelle jeder Launch-Kontrolle.
  • 02Wer eine bestehende Website ersetzt, braucht vor dem Launch einen vollständigen Weiterleitungsplan: Jede alte Adresse führt per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite.
  • 03Rechtstexte gehören vor den Go-live auf die Website: in Österreich vor allem Impressum und Offenlegung (ECG, MedienG), Datenschutzerklärung (DSGVO) und Cookie-Einwilligung (TKG 2021).
  • 04Die ersten 48 Stunden nach dem Launch sind Kontrollzeit: Indexierung, Weiterleitungen, Formulare und E-Mail-Zustellung werden aktiv getestet, nicht vermutet.
  • 05Ein Launch ist ein Startpunkt, kein Projektabschluss: Wartung, Sicherheitsupdates und eine Zuständigkeit für neue Inhalte gehören ab dem ersten Tag fixiert.

Vor dem Launch: die technische Basis prüfen

Die technische Vorbereitung eines Website-Launches beantwortet zwei Fragen: Funktioniert die neue Website unter realen Bedingungen, und kann Google sie nach der Freischaltung finden? Wie wir diese Phase in Projekten begleiten, zeigt unsere Leistung Websites & Webdesign.

Während der Entwicklung sind Testumgebungen bewusst für Suchmaschinen gesperrt, meist über eine noindex-Anweisung oder über die robots.txt, eine Steuerdatei für Suchmaschinen-Crawler. Vor dem Go-live gehört schriftlich fixiert, wer diese Sperren entfernt und wer die Entfernung kontrolliert. Diese Übergabe gehört dokumentiert, weil sie zwischen Agentur, Hosting und Betrieb leicht untergeht.

Dazu kommen vor der Freischaltung:

  • HTTPS ist aktiv und erzwungen; die Website ist nur unter einer Adressvariante erreichbar (mit oder ohne www), alle anderen leiten dorthin weiter.
  • Alle Formulare sind mit Testanfragen geprüft: Kommt die Nachricht an, funktioniert die Bestätigungs-E-Mail, landet nichts im Spam-Ordner?
  • Die Darstellung auf Mobilgeräten ist auf echten Geräten kontrolliert, nicht nur im verkleinerten Browserfenster.
  • Die Ladezeit ist geprüft, besonders mobil; unkomprimierte Bilder sind ein typischer Bremser.
  • Eine gestaltete Fehlerseite (404) existiert und führt zurück zu Startseite oder Suche.
  • Ein vollständiges Backup der alten Website liegt bereit, samt Plan für den Rückwechsel im Notfall.

Warum Weiterleitungen beim Relaunch über die Sichtbarkeit entscheiden

Wer eine bestehende Website durch eine neue ersetzt, übernimmt deren aufgebaute Google-Sichtbarkeit nur dann, wenn jede alte Adresse auf die passende neue Seite weiterleitet.

Eine 301-Weiterleitung ist eine dauerhafte Umleitung von einer alten auf eine neue Webadresse. Sie signalisiert Suchmaschinen, dass ein Inhalt übersiedelt ist, und überträgt die gesammelten Ranking-Signale der alten Adresse weitgehend auf die neue. Ohne Weiterleitung laufen alte Google-Treffer und externe Links ins Leere, auf eine Fehlerseite.

In der Praxis entsteht dafür vor dem Go-live ein URL-Inventar: eine Liste aller alten Adressen, etwa aus der XML-Sitemap oder einem Crawl der Alt-Website. Daraus wird eine Zuordnungstabelle alt → neu. Inhalte, die ersatzlos entfallen, leiten auf die thematisch nächstgelegene Seite, nicht pauschal auf die Startseite. Wie dieses Mapping im Detail aufgebaut wird und woran Rankings beim Umzug sonst noch hängen, behandelt der Ratgeber Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust.

Für eine komplett neue Website ohne bestehenden Vorgänger gilt der umgekehrte Befund: Weiterleitungen sind nicht nötig, aber es gibt auch keine Historie, die sich übertragen ließe. Sichtbarkeit entsteht dort über Inhalte, Verlinkung und Zeit, nicht über den Launch selbst.

Welche Rechtstexte eine Website in Österreich braucht

Zum Go-live gehören in Österreich vollständige Rechtstexte: Impressum und Offenlegung, eine Datenschutzerklärung und, sobald nicht notwendige Cookies gesetzt werden, eine funktionierende Einwilligung.

  • Impressum und Offenlegung: Das E-Commerce-Gesetz verlangt allgemeine Anbieterinformationen (§ 5 ECG), das Mediengesetz die Offenlegung für Website-Betreiber (§ 25 MedienG). Beides gehört von jeder Seite aus erreichbar verlinkt.
  • Datenschutzerklärung: Die DSGVO verlangt transparente Information darüber, welche Daten die Website verarbeitet, zu welchem Zweck und mit welchen Dienstleistern, vom Kontaktformular bis zum Statistik-Tool.
  • Cookie-Einwilligung: Nach § 165 Abs. 3 TKG 2021 dürfen nicht notwendige Cookies, etwa für Statistik oder Marketing, erst nach aktiver Einwilligung gesetzt werden. Ein Banner allein genügt nicht: Analyse- und Marketing-Skripte dürfen vor der Einwilligung nichts laden.
  • Barrierefreiheit: Für bestimmte Angebote im Endkundengeschäft, etwa Online-Shops, gelten seit Juni 2025 Pflichten nach dem Barrierefreiheitsgesetz (BaFG). Ob ein Angebot darunter fällt, gehört vor dem Launch geklärt.

Der Go-live selbst: Zeitpunkt, Ablauf, Zuständigkeiten

Ein guter Go-live ist unspektakulär: ein Termin unter der Woche am Vormittag, ein dokumentierter Ablauf und klar verteilte Zuständigkeiten für den Fehlerfall.

Der Zeitpunkt folgt einer einfachen Logik: Fällt nach der Umstellung etwas auf, müssen Agentur und Hosting-Support erreichbar sein. Freitagnachmittage, Feiertage und Termine unmittelbar vor Kampagnen oder Messen scheiden damit aus.

Technisch läuft der Wechsel meist über die Umstellung des Domain-Eintrags (DNS) auf den neuen Server. Diese Umstellung greift nicht überall gleichzeitig und kann einige Stunden brauchen; in dieser Zeit sehen manche Besucher noch die alte Website. Das ist normal und kein Fehler.

Ein Punkt wird dabei regelmäßig übersehen: die E-Mail. Wechselt mit der Website auch das Hosting, müssen die Einträge für den E-Mail-Verkehr (MX-Einträge) erhalten bleiben, sonst kommen Nachrichten nicht mehr an. Wer den Launch plant, klärt vorab, wo die Postfächer liegen und ob die Umstellung sie berührt.

Nach dem Launch: die ersten 48 Stunden

Direkt nach der Freischaltung wird kontrolliert, nicht gefeiert: Die ersten 48 Stunden entscheiden, ob kleine Fehler klein bleiben.

  1. 01Crawlbarkeit prüfen: Ist die noindex-Sperre entfernt, blockiert die robots.txt keine wichtigen Bereiche?
  2. 02Google Search Console einrichten: Das kostenlose Google-Werkzeug zeigt, wie die Suchmaschine die Website sieht. Dort die XML-Sitemap einreichen, damit alle Seiten schneller erfasst werden.
  3. 03Weiterleitungen testen: Eine Stichprobe alter Adressen aufrufen, auch wichtige Unterseiten, nicht nur die Startseite.
  4. 04Formulare und Bestellstrecken erneut durchspielen: Auf der Live-Website, inklusive Eingangsbestätigung per E-Mail.
  5. 05E-Mail-Verkehr prüfen: Versand und Empfang testen, besonders nach einem Hosting-Wechsel.
  6. 06Tote Links aufspüren: Mit einem Crawling-Tool oder über die Berichte der Search Console, gefundene Fehler zeitnah beheben.
  7. 07Erreichbarkeit überwachen: Ein einfacher Uptime-Monitor meldet, wenn die Website ausfällt.

Die ersten Wochen: beobachten und einordnen

In den Wochen nach einem Relaunch schwanken Google-Rankings häufig, während die Suchmaschine die neue Struktur verarbeitet. Ein anhaltender Einbruch über viele Wochen ist dagegen ein Signal, die Ursachen strukturiert zu prüfen.

Drei Routinen genügen für den Anfang: Die Google Search Console wöchentlich auf Indexierungsfehler und 404-Meldungen prüfen. Anfragen über Formulare und Telefon mitzählen; bleiben sie aus, lohnt zuerst der Blick auf Technik und Auffindbarkeit, dann auf Inhalte — wie Websites gezielt auf Anfragen hin gebaut werden, behandelt der Ratgeber Verkaufspsychologisch optimierte Websites. Und die Wartung fix verankern: Sicherheitsupdates für CMS und Erweiterungen, regelmäßige Backups, eine benannte Zuständigkeit für neue Inhalte.

Für neue Domains gehört Geduld zum Plan: In den ersten Wochen ist wenig Suchmaschinen-Traffic normal. Wie Sichtbarkeit systematisch entsteht, ist Thema der Suchmaschinenoptimierung, nicht des Launches — der Überblicks-Leitfaden dazu ist SEO für KMU, die realistischen Zeiträume ordnet Wie lange dauert SEO? ein.

Typische Fehler beim Website-Launch

Vier Fehler tauchen in Launch-Projekten immer wieder auf:

  1. 01Die Suchmaschinen-Sperre bleibt aktiv. Die Website ist live, taucht aber auch nach Wochen nicht bei Google auf, weil noindex aus der Testumgebung übernommen wurde. Vermeiden lässt sich das mit einem fixen Crawlbarkeits-Check am Launch-Tag und noch einmal 48 Stunden danach.
  2. 02Relaunch ohne Weiterleitungsplan. Alte Adressen laufen ins Leere, bestehende Google-Treffer und externe Links gehen verloren, die Sichtbarkeit sinkt. Die Absicherung: URL-Inventar vor dem Go-live, Zuordnung alt → neu, Stichproben nach der Freischaltung.
  3. 03Launch am Freitagnachmittag. Tritt ein Fehler auf, ist über das Wochenende niemand erreichbar, der ihn behebt. Besser: ein Termin unter der Woche am Vormittag, mit vereinbarter Bereitschaft von Agentur und Hosting.
  4. 04Der Launch gilt als Projektende. Ohne Updates, Backups und neue Inhalte verliert die Website schleichend an Sicherheit und Relevanz. Die Gegenmaßnahme: Wartung und Content-Zuständigkeit vor dem Launch festlegen, nicht irgendwann danach.

Checkliste: Website-Launch in zwei Phasen

Vor dem Go-live

  • Weiterleitungsplan für alle alten Adressen erstellt (bei Relaunch)
  • Verantwortung für das Entfernen der Suchmaschinen-Sperren (noindex, robots.txt) festgelegt
  • HTTPS erzwungen, eine Adressvariante als Standard definiert
  • Formulare mit Testanfragen geprüft
  • Darstellung auf Mobilgeräten kontrolliert
  • Impressum, Offenlegung, Datenschutzerklärung und Cookie-Einwilligung vollständig
  • Backup der alten Website samt Rückwechsel-Plan vorhanden
  • Termin, Zuständigkeiten und Bereitschaft fixiert

Nach dem Go-live

  • Crawlbarkeit geprüft: noindex entfernt, robots.txt kontrolliert
  • Google Search Console eingerichtet, XML-Sitemap eingereicht
  • Weiterleitungen stichprobenartig getestet
  • Formulare und E-Mail-Verkehr auf der Live-Website geprüft
  • Tote Links gesucht und behoben
  • Uptime-Monitoring aktiv
  • Wartungsplan und Content-Zuständigkeit im Betrieb verankert

Häufige Fragen zum Launch

Stand: August 2026. Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.

Nächster Schritt

Launch geplant — oder gerade hinter dir?

Nach einem Launch bleibt oft die Frage offen, ob technisch, rechtlich und bei der Sichtbarkeit alles sauber gelöst ist. Ein Website-Audit prüft Indexierung, Weiterleitungen, Ladezeit und die typischen Launch-Fehler — und liefert dir eine priorisierte Liste der nächsten Schritte.